DIE WAFFEN NIEDER!

125 Jahre gegen Militarismus und Krieg - 125 Jahre DFG-VK. Foto: Findus

Deutschlands älteste Friedesnorganisation wird am 9. November 125! Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen ist eine Vereinigung politischer Pazifist*innen und Kriegsdienstverweiger*innen. Sie hat Zeiten politischer Verfolgung und heftiger interner Auseinandersetzungen überlebt, heute zählt sie wieder fast 4000 Mitglieder. Die berühmtesten DFG-Persönlichkeiten waren die Friedensaktivistin Bertha von Suttner und der Journalist Carl von Ossletzky. Auf ihrem Bundeskongress vom 10. bis 12. November in Berlin feiern die Pazifist*innen jetzt ihr Jubiläum.

Ariane Dettloff, Redaktion Köln

»Friedlich Denken allein ändert nichts« – mit diesem Slogan wirbt die DFG-VK um Mitglieder. Danach handelte schon ihre Gründerin Bertha von Suttner. Sie vernetzte Pazifist*innen in aller Welt und trat für kriegsverhindernde zivile Konfliktlösungsstrategien und -institutionen ein. 1905 wurde sie dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das war damals noch eine Ehre – bevor solche Bellizisten wie Menachem Begin, Henry Kissinger, Barack Obama und die EU mit diesem Preis bedacht wurden. Suttners Antikriegs-Roman »Die Waffen nieder!« erschien in 37 Sprachen und war weltweit ein Bestseller. Sein Titel liefert auch das Motto der diesjährigen Jubiläumsfeier: »Die Waffen nieder!«

»Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten« heißt es in der Grundsatz­erklärung der DFG-VK Mitglieder. Sie ist zugleich auch die der »War Resisters International« (WRI), der die DFG-VK angehört.

Die DFG-VK strebt die Abschaffung des Militärs in der Bundesrepublik Deutschland an und setzt sich darüber hinaus für die allgemeine und vollständige Abrüstung ein. Mit Aktionen, Veranstaltungen und Publikationen gegen Militarismus und Krieg macht sie mobil. Einige werden in diesem Schwerpunkt exemplarisch vorgestellt. Durchweg agieren die Mitglieder selbst­organisiert; finanziert werden Ortsgruppen, Landesverbände und Dachverband ohne Staatsknete, allein durch Beiträge und Spenden.

Dass die Autor*innen des Schwerpunkts überwiegend männlich sozialisiert sind, hat auch damit zu tun, dass die Mitgliedschaft des Vereins DFG-VK hauptsächlich dieser Gruppe angehört – rund 80 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Kriegsdienstverweigerer über lange Zeit die Kerngruppe bildeten. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht ergaben sich Verschiebungen. Bei den jüngeren Mitgliedern nimmt der Frauenanteil merklich zu.

Die DFG-VK kooperiert in breiten Bündnissen mit anderen antimilitaristischen Gruppen, aber auch mit antirassistischen, Umwelt- und »Eine Welt« Initiativen. Auch dabei knüpft sie an ihre historische Tradition an: Die Deutsche Friedensgesellschaft hatte sich bis zuletzt gegen den Sieg des Nationalsozialismus gestemmt, blieb aber mit ihrem Vorschlag einer Einheitsfront ohne Resonanz. 1933 wurde sie dann zerschlagen.

International agiert der Verein neben der Vernetzung mit anderen Friedensbewegungen, indem er zum Beispiel Kriegsdienstverweigerer in aller Welt unterstützt. Und er kann auf Geldmittel der 1993 gegründeten Bertha-von Suttner-Stiftung zurückgreifen. Deren Ressourcen stehen aber auch anderen Gleichsinnigen zur Verfügung, insbesondere kleineren Gruppen und Institutionen, die wissenschaftliche Tätigkeit mit praktischer Arbeit in sozialen Bewegungen verbinden. Der Themenbogen in den letzten Jahren geförderter Projekte reicht von »Krieg im Computerspiel« über »kommunale Außenpolitik«, »Gewaltfreie Alternativen«, »KDV in Russland«, »Antifa-Aktivitäten«, »Bundesrepublik ohne Armee«, »Zivile Konfliktbearbeitung«, »Atomwaffen abschaffen«, »Kriegsgegner in der Türkei« bis zu »Gewaltfrei Handeln« und »Friedenserziehung«. Dabei waren unterschiedliche Formate vertreten – Bücher und Broschüren, Ausstellungen, Fachtagungen oder elektronische Medien.

»Für eine Welt ohne Krieg!« – Con­traste gratuliert der DFG-VK mit diesem Schwerpunkt zum Geburtstag und wünscht trotz vieler Hindernisse, die gerade jetzt wieder aufgetürmt werden (nicht nur von Trump und Kim Jong Un), gutes Gelingen.


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