ORTE DES WANDELS

Foto: Wandelwoche BBB

Auf den Spuren des Wandels

Rund 900 Kilometer liegen zwischen den beiden Städten Berlin und Graz. In unserem Schwerpunkt sind sie sich aber plötzlich ganz nah, denn wir stellen verschiedene Initiativen vor, die in Berlin-Brandenburg und der Steiermark schon emsig am gesellschaftlichen Wandel arbeiten. Getreu dem Contraste-Motto »Die Welt ist voller Lösungen« laden wir euch zu einer Reise in die Gegenwart ein, bei der eine andere Zukunft schon heute sichtbar wird.

Regine Beyß, Redaktion Kassel

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Projekte, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Wandel in ihrer Region sichtbar zu machen. Die »Wandelwoche Berlin-Brandenburg« fand in diesem Jahr schon zum vierten Mal statt. Zum Programm gehörten mehr als 30 Touren, Märkte, Veranstaltungen zu Fuß, mit dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Mitmachen konnte jede*r gegen Spende.

»Sie sind unter uns: die Ideen und Projekte für ein anderes Leben und Wirtschaften jenseits von Wachstumsimperativen und Profitstreben«, schreiben die Organisator*innen. Den Beweis lieferten sie mit ihren Besuchen bei Genossenschaften und Kollektiven, Gemeinschaftsgärten, Teil- und Tausch-Initiativen, Wohnprojekten und Lebensgemeinschaften und Repair Cafés. »Sie zeigen: Wir wollen und können auch anders!« Ausgerichtet wurde die Wandelwoche von der gemeinnützigen Initiative »das kooperativ«, die auch Beiträge für unseren Schwerpunkt lieferte.

Zum Abschluss der Wandelwoche lud das »Haus des Wandels« in Heinersdorf zu Workshops, Erzähl-Café und Ideenspaziergang ein. Seit Juni entsteht hier ein Seminar-, Wohn- und Projekthaus am See als offenes Gemeingut. Im Rahmen der Wandelwoche konnte das vierköpfige Kernteam weitere Pläne schmieden und neue Mitstreiter*innen begeistern. Es gibt mehr als 60 Zimmer und 3.000 qm Nutzfläche mit großem Garten – viel Platz also für eine gemeinsame Nutzung. Das Interview auf Seite 9 vermittelt weitere Eindrücke von diesem großartigen Projekt und seinem Zukunftspotenzial.

Tanja Tricarico stellt uns auf Seite 10 den Verein »Zusammen in Neuendorf« vor, der einem großen Landgut zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) neues Leben einhauchen will.

Die Beiträge auf den Seiten 11 und 12 verschlagen uns in die Steiermark und besuchen zwei selbstverwaltete Räume in Graz, eine Werkstatt und ein Café mit Veranstaltungsräumen, ein ganz besonderes Stadtteilprojekt und den Michaelihof als sozial-autonomen Ort. Die Texte und Bilder sind für die Plattform »steiermark.gemeinsam.jetzt« entstanden. Hier können sich Akteur*innen vernetzen, die sich für den gesellschaftlichen Wandel engagieren. Zum gemeinsamen Leitrahmen gehören Achtsamkeit, Menschenwürde, Partizipation, Solidarität und Zukunftsfähigkeit. In Kooperation mit dem Studiengang Journalismus und PR an der Fachhochschule Joanneum haben Studierende den dazugehörigen Blog mit Wandelgeschichten gestaltet.

Die Steiermark und Brandenburg stehen natürlich nur stellvertretend für die vielen anderen Wandelprojekte in allen Regionen. In diesem Sinn ist unser Schwerpunkt also mehr eine Zwischenstation als das Ziel der Reise auf den Spuren des Wandels. Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt!


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Liebe Leser*innen,

es bewegt sich was in der starren BRD. Nach Versuchen von rechts, Flüchtlinge generell als Blitzableiter im Konfliktfeld der sozialen Verwerfungen zu missbrauchen, kommen endlich die Reichen und Mächtigen wieder ins Visier. Wenige Prozent der Bevölkerung besitzen fast alles und bestimmen fast alles. Fast, denn die Bewegung gegen die Braunkohleverstromung hat im Verbund mit einem konsequent denkenden Richter den RWE-Konzern samt seinen verbandelten Politiker*innen in die Defensive gedrängt. Der Konzern hat sich darauf eingestellt, den Kohleabbau zurückzufahren. Der Hambacher Forst ist zumindest fürs erste gerettet.

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