Netzwerke bilden

Nun ist es bald so weit. Der Kongress für Solidarische Ökonomie SOLIKON2015 findet unter dem Motto »Wir können auch anders« in Berlin vom 10. bis 13. September 2015 statt. Vorangestellt ist dieses Jahr die Wandelwoche. Es ist eine gute Gelegenheit sich zu informieren, auszutauschen, kennenzulernen und neue Partner zu finden.

Das Transparent war ein Solidaritätsgeschenk einer Jugendgruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an die griechische Gruppe "Solidarity4All", deren Arbeit vor allem die Vernetzung solidarischer Gruppen ist.
Foto: Ulrike Kumpe

Ulrike Kumpe, Redaktion Hannover Die Themenpalette ist breit gefächert. Von den Kommunen bis zur Schülergenossenschaft, von lateinamerikanischen Projekten bis hin zu Wasser als Gemeingut. Es wird spannend werden auf dem Kongress und in der Wandelwoche. Niemand wird sagen können: "Kenne ich alles schon".

Der Leitfaden soll die Vernetzung sein, damit was bleibt vom Kongress, auch danach. In regionalen Foren können Partnerschaften gegründet, wiederentdeckt oder vertieft werden. Eine These ist, dass es größerer Wirtschaftsverbände und Handelsketten innerhalb der Solidarischen Ökonomien bedarf, um Stabilität und größere Unabhängigkeit von einer kapitalistischen Marktlogik zu erreichen. Daher geht es auf Seite 11 um eine Annäherung an Konzeptelemente des Kongresses. Auf Seite 12 und 13 stellt die Direktorin von justa trama (gerechter Weg) Nelsa Inês Fabian Nespol die Produktionskette vor, die von der Baumwolle bis hin zu den fertigen Textilien alles im Genossenschaftsverbund produzieren. Sie betont gleichzeitig, dass sie an bestehenden Märkten teilnehmen, wenn es um den Verkauf ihrer Produkte geht.

Der Wunsch die Gesellschaft zu transformieren, in eine solidarische Gesellschaft bedeutet aber viel mehr als Handels - und Produktionsketten zwischen Genossenschaften, Kooperativen, Kommunen oder solidarischen Landwirtschaftsbetrieben zu gründen. Der Kongress kann dennoch ein weiterer Faden im Netz der Kooperationen und der gesellschaftlichen Veränderung sein. Gestrickt wird daran, an vielen Orten und bei vielen Gelegenheiten. Begleitet werden diese praktischen Veränderungen von theoretischen Debatten. Wie wollen wir leben? Wie viele Güter und Ressourcen brauchen wir? Ist weniger mehr? Wie soll unser Verhältnis zu Gütern sein? Wie soll unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen sein?

Noch können nicht alle diese Fragen beantwortet werden. Es sind Aushandlungsprozesse, die eine Praxis brauchen. Vielfältig sind auch die Schlagwörter, die zum Kongress kursieren: "Vom Bestehenden lernen" oder "Geschichten des Gelingens erzählen" oder "Raus aus der Nische, rein in die Köpfe". Ein Anfang kann die Wandelwoche sein in deren Rahmen sich unterschiedliche Projekte besuchen lassen und vorstellen. Ein Überblick zu den schon jetzt geplanten Touren und Anmeldemöglichkeiten findet ihr auf Seite 14, sowie für Interessierte der Aufruf Workshops zu machen. Alle diese Schritte sind nicht der große Wurf, der Kapitalismus muss, wie es das Kommuja-Netzwerk ausdrückte weiter "kaputt kooperiert" und am Netzwerk Soliarischer Ökonomie weiterhin fleißig gestrickt werden.

Schwerpunktbeiträge Juli/August 2015

Ulrike Kumpe, Redaktion Hannover Auseinandersetzung mit dem Konzept des SOLIKON 2015. Kaffee wächst nicht in der Uckermark

 

Nelsa Inês Fabian Nespol, Direktorin Präsidentin der Zentralen Genossenschaft Justa Trama Porto Alegre/ Rio Grande do Sul, Brasilien Justa Trama - Gerechter Weg. Es ist der Baumwollfaden, der zum gerechten Faden (JUSTA TRAMA) transformiert: eine Produktionskette der Solidarischen Ökonomie konstruiert soziale Gerechtigkeit

Programm und Anmeldung zum SOLIKON2015: www.solikon2015.org



Aus dem Inhalt


Kommune treffen, finden, gründen

Es gibt bereits Alternativen: Beim "Brunch der Möglichkeiten" auf dem diesjährigen "Los Geht's" stellten sich Kommunen, Gemeinschaften und Gründungsgruppen aus ganz Deutschland vor. Foto: Regine Beyß

Das »Los geht`s« fand mit über 300 Leuten in diesem Jahr im Norden auf dem Olgashof statt. Die Themenpalette reichte von »Spirituellem Anarchismus« über »Solidarische Landwirtschaft« bis hin zu »Kinderyoga«.  Ganzen Beitrag lesen


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Initiative »Keupstr.«

Wandbild in Kreuzberg, Manteuffel- Ecke Oranienstraße, 2014. Der Spruch "NSU: Staat und Nazis Hand in Hand" wurde in einer spontanen Kooperation von Feuerwehr und Polizei herausgeschnitten. "Begründung": "Verunglimpfung des Staates" Foto: privat

 

Interview mit Aktivist Daniel von der Kölner Initiative »Keupstr.«. Die Morde des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) führte die Aktivisten zu der Frage: Wie kann es sein, dass es zwei Anschläge direkt vor unserer Haustür passieren – und wir das nicht wahrnehmen? Ganzen Beitrag lesen

Wissenschaftsläden

Projekt Rote Ziege

Suchen noch weitere Mitstreiter*innen für ihr Projekt: Die "Roten Ziegen" aus der Hersbrucker Schweiz bei Nürnberg. Foto: Heiner Kaller

In der Nähe von Nürnberg wollen zehn enthusiastische Mitstreiter*innen ihr Projekt durch den Kauf eines neuen Geländes vorantreiben. Ganzen Beitrag lesen

Ein vom Royal-Pilz befallener Kaffeestrauch. Viele Zweige sind kahl und die Bohnen angegriffen. Foto: Jan Braunholz

El Salvador

Kaffeekooperativen in El Salvador sind Schädlingsbefall und klimatische Veränderungen bedroht. Ganzen Beitrag lesen

Antirassistische Initiative (ARI)

Die Dokumentationsstelle der ARI veröffentlichte kürzlich die aktuelle Ausgabe der 725-Seiten umfassenden Chronik "Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen". Ganzen Beitrag lesen

Atomwaffenstandort Büchel

feministisch versponnener Blockadepunkt Foto: privat

Mit der Aktion "Büchel 65" konnte vielen Tagen der Atomwaffenstandort Büchel durch Blockaden lahmgelegt werden. Ganzen Beitrag lesen

Erich Mühsam Tagung

Bakuninhütte vermutlich 1931 mit 6 Leuten und begonnenem 2. Erweiterungsbau
Foto: Wanderverein Bakuninhütte e.V.

Erich Mühsam war 1930 mehrmals in Meiningen- in der Bakuninhütte. Das war der Aufhänger für eine Fachtagung, die vom 11.-14. Juni 2015 in Meiningen stattfand.

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