Januar 2016 - Gelebte Solidarität mit Flüchtlingen

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...und so geht es.

»Was ist dir passiert?«

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Auf den vier Schwerpunktseiten dieser Ausgabe werden lokale Beispiele der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen vorgestellt. Nach anfänglicher materieller Unterstützung geht es um Teilhabe.




Graffity in Berlin Neukölln Foto: Roland Nolte

Ulrike Kumpe, Redaktion Berlin Eintreffenden Flüchtlingen wird auf Lampedusa oft die Frage gestellt: "Was ist dir passiert?" Dies ist eine menschliche Reaktion, die Interesse, Offenheit und eine Willkommenskultur ausdrückt. Um diese Haltung zu unterstützen, wurde der Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, der 11. Stuttgarter Friedenspreis der Anstifter verliehen. Peter Streiff berichtet hierüber auf Seite elf. Da Giusi Nicolini nicht selbst zur Preisverleihung kommen konnte, sandte sie einen Brief, der ebenfalls auf Seite elf abgedruckt ist. In diesem schreibt sie auch über die Politik unserer Regierungen, die vor allem Stacheldraht, Grenzkontrollen und Isolation für die Flüchtlinge übrig haben. Diese Politiker bezeichnen ihren politischen Unwillen als Flüchtlingskrise. Sie verweigern diesen Menschen die Unterstützung auf ihrem Weg.

Zurecht mahnt deshalb Costantino Baratta, der als Vertreter für Lampedusa nach Stuttgart gereist war: "Es sind unsere Gesetze, die die Menschen ins Meer werfen". Ein großer Teil der hiesigen Zivilgesellschaft hat, jenseits der Gesetze, eine andere Entscheidung getroffen. Viele Projekte der Flüchtlingssolidarität sind entstanden mit, von und durch Flüchtlinge und ihre UnterstützerInnen. Die Frage, die auch zukünftig relevant ist, lautet: "Was nun tun?" Die Antwort darauf muss wohl lauten: "Weitermachen!"

Wie etwa das Bonner Projekt "Ausbildung statt Abschiebung" oder das Café ohne Grenzen in Köln, die sich auf Seite dreizehn und vierzehn vorstellen. Oder wie die Kommune Longo Mai, die ihren Weg und den ihres Dorfes mit einheimischen Rassisten und den Flüchtlingen auf Seite zwölf beschreibt. Einen wiederum anderen Zugang hat das Forum Stadtpark in Graz bekommen. Der Protest der Flüchtlinge gegen behördliche Willkür und Nichtinformation fand genau vor ihrer Tür statt. Ihre Erfahrungen schildern sie auf Seite vierzehn. Heidrun Primas, Leiterin des Forums Stadtpark, kommt im Interview zu dem Schluss, dass wir stabilisierende Räume brauchen, wo Menschen Beziehungen zueinander aufbauen können. Räume also, in denen die Frage: "Was ist dir passiert?" Platz hat.

Schwerpunktbeiträge Januar 2016

Von Peter Streiff, Redaktion Stuttgart 11.Stuttgarter Friedenspreis 2015 nach Lampedusa. Flüchtlinge aufnehmen statt ausgrenzen

Brief der Preisträgerin Giusi Nicolini "Jeder hat einen Grund, der ihn zur Flucht zwingt"

Rede von Rosa Maria Maggiore Erfahrungen auf Lampedusa. "Es sind unsere Gesetze, die die Menschen ins Meer werfen"

Von Heike Schiebeck, Longo maï Österreich: Flüchtlinge im Dorf. Guten Abend Nachbar

Von Ariane Dettloff Das Bonner Projekt "Ausbildung statt Abschiebung". Leichter Fuß fassen. Ein Interview mit Sara Ben Mansour

Von Heidi Käfer, Köln Das Café ohne Grenzen in Köln-Ehrenfeld. Ein Selbstläufer stellt sich vor

Von Brigitte Kratzwald Selbstermächtigung von Flüchtlingen begleiten. Balanceakte in beweglichen sozialen Feldern. Ein Interview mit Heidrun Primas


Aus dem Inhalt


Ich bin arm, ich bin reich

Die Holzmühle - Lebensraum vom "Hofkollektiv Zwetschke" Foto: Sandro Langholz

 

Was gehört mir? Sagt mein Kontostand mir was ich habe? Wenn ich von unserer solidarischen Ökonomie erzähle, werde ich oft gefragt: »Und da zahlst du alles ein?« Niemand fragt: »Was bekommst du?« Ganzen Beitrag lesen

Cooperativas Integrales

 

Seit 2010 organisieren sich selbstverwaltete Gruppen in ganz Spanien in Cooperativas Integrales, Genossenschaften, die als Netzwerke der gesellschaftlichen Transformation dienen sollen.

Barcelona in Bewegung

Straße des 11. Juni, dem letzten Tag des Leerstands der ehemaligen Textilfabrik "Can Batllo", mit kunstvoll angebrachten Garnrollen an der Fassade. Foto: Elisabeth Voß

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Projekten fand im Oktober 2015 eine Messe für Solidarische Ökonomie unter dem Motto "Eignen wir uns das Leben an" in Barcelona statt. Ganzen Beitrag lesen

 

 

Leih- und Umsonstladen „Luula“

Luula-Gruppenfoto auf der Eröffnung. Foto: Phil Schöpflin

In Heidelberg eröffnet der Leih- und Umsonstladen "Luula". Sie stellen sich vor.

Neue Allmende

Weideland ist wichtiger Bestandteil von Biohöfen. Foto: Titus Bahner

Biobetriebe werden am Bodenmarkt zunehmend verdrängt. Dieser Entwicklung will eine neue Genossenschaftsgründung, die Kulturland eG entgegenwirken. Die Gründungsinitiatoren sind angetreten, um Biobauern bei der Sicherung ihrer Acker- und Grünlandflächen zu unterstützen. Ganzen Beitrag lesen

Aktiv gegen Krieg und Militarisierung

Zwei Kriegsdienstverweiger*innen aus Israel tourten im November durch die Bundesrepublik und berichteten, was sie zu diesem Schritt bewogen hat.

Venezuela in der Öl-Krise

Kooperativen sollen zukünftig in Venezuela so hohe Steuern zahlen, dass ihre Existenz gefährdet ist. Ganzen Beitrag lesen

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