April 2016 - #hegemoniehacken

Einzelheft bestellen:

...und so geht es.

Die Linke Medienakademie will in diesem Jahr #hegemoniehacken

Einzelheft bestellen ...so geht's

 

 

Unser Leben im Sog der Metadaten


Von Daniela Schmidtke, Linke Medienakademie


 

Postkarte der Linken Medienakademie für den aktuellen Kongress Layout: Adrien Tasic

Posten, Teilen, Freunde werden. Was erst einmal solidarisch klingt, ist Teil einer neuen Kommerz-Kultur, die mittlerweile unser Alltagsleben bestimmt. Machen wir uns nichts vor: Im Netz reproduzieren sich die Machtverhältnisse unserer Gesellschaft. Die anfängliche Hoffnung, das Internet gebe sozial Schwachen, Minderheiten und Ausgegrenzten eine Stimme oder stelle gar einen demokratischen Neuanfang dar, sehen viele Medienschaffende und Aktivisten mit Skepsis. Denn auch das Internet wird über weite Strecken von Konzernriesen wie Facebook und Twitter oder Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google beherrscht.

Welche Folgen es hat, wenn diese neuen Gatekeeper bis in unsere Wohnzimmer reichen und im Privatleben von uns allen mitmischen, wird auch von sozialen Bewegungen kaum kritisch hinterfragt. Im Vordergrund stehen die vielen Möglichkeiten, die diese neuen Technologien, Softwareentwicklungen und Programme uns im Alltag bieten. Es ist oft einfach »praktisch« und im besten Falle noch »umsonst«.

In den sozialen Netzwerken sind wir mobil, ohne uns bewegen zu müssen. Wenn wir uns bewegen, nehmen wir unsere persönliche Infosphäre mit – in der Jacken- oder Hosentasche. Unser Leben und unsere Identität wird in Metadaten gespeichert, wohin wir gehen, mit wem wir uns austauschen, was wir kaufen, welche Vorlieben wir haben… Das alles passiert während wir etwas anderes machen. Wir klicken einen Zeitschriftenartikel an, posten einen Beitrag, chatten mit FreundInnen, geben via Emoticon an, was uns gefällt; das alles wird gesammelt, und am Ende bekommen wir nach einer Auswertung der Daten, ähnliche Artikel, Produkte, Webseiten vorgeschlagen.

Nicht ohne Grund gibt es bereits seit einigen Jahren einen Streit um Speicherzeiten von Daten, das Vorantreiben von Datenschutz auf der einen und das Aufweichen auf der anderen Seite. Wer Zugriff auf Daten hat, hat Zugriff auf Informationen. In unserer heutigen Informationsgesellschaft, die nicht nur digital, sondern eben auch global ist, ist das ein Vorteil. Es geht dabei nicht nur um die Kontrolle der eigenen Daten, sondern die grundlegende Opposition zwischen Open Source und Kommerz oder Sicherheit versus informationelle Selbstbestimmung.

Im Streit um Open Source und Kommerz geht es darum, ob das, was im Netz möglich ist, ob alternative Mediennetzwerke überhaupt die Chance haben, mit ihren Nachrichten durchzukommen und gegenüber großen Medienkonzernen zu bestehen. Hier spielen ökonomische Regeln eine Rolle. Wer kann mehr zahlen, um in Suchmaschinen höher gerankt zu werden oder höhere Durchleitungsgeschwindigkeiten zu nutzen.

Haben alternative Medienprojekte im Netz in einer von Medienkonzernen und Lobbygruppen dominierten öffentlichen Meinung noch eine Chance eine andere Öffentlichkeit zu schaffen?

Sind Medienschaffende und JournalistInnen vom Sicherheitswahn in ihrer Tätigkeit eingeschränkt? Diese Fragen wollen wir auf der diesjährigen LiMA diskutieren: Vom 29. März bis zum 2. April 2016 lädt der Linke Medienakademie e.V. unter dem Motto »#hegemoniehacken« zu einer Weiterbildungswoche für engagierte Medienschaffende mit ins Kongresszentrum am Franz-Mehring-Platz 1 und in die ver.di Bundeszentrale am Paula-Thiede-Ufer 10 in Berlin ein. Nach den Seminaren lädt die LiMA zu Filmen oder spannenden Diskussionen mit Bloggern und Verlegern über die Unabhängigkeit von neuen Medienprojekten im Netz ein. Ein Thema ist »Wie kritisch ist unabhängiger Journalismus und wie unabhängig ist kritischer Journalismus«. Die Verastaltung findet am 31. März ab 18 Uhr in der Lounge des FMP1 (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin) – mit dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier (Übermedien) und Sebastian Esser (Krautreporter)statt.

Wir freuen uns auf Euch!

Schwerpunktbeiträge April 2016

Von Maximilian Staude, Berlin Etwas Professionalität ist notwendi bei der Öffentlichkeitsarbeit. Flüchtlingskrise und Krise der Kommunikation

Von Theresa Hartmann Berlin Protest im Tagebau 2015: Ein echter Kommunikationserfolg. Klima, Kohle und Kampagnen

Von Michael Stöckl und Theresa Hartmann Sexismus hacken auf der Sommer-LiMA an der Humboldt Universität zu Berlin

Von Ulrike Kumpe, Redaktion Berlin Interview mit M.eik Michalke von Cultural Commons Collecting Society (c3s). Unsere Autonomie basiert auf freier Software

Von Susanne Götze, Berlin Interview mit Gavin Mc Fadyen. Investigative Journalisten, Whistleblower und Hacker kämpfen gemeinsam für die Informationsfreiheit. "Es ist verdammt gefährlich, sich mit den Falschen anzulegen"

 

 

 

 


Aus dem Inhalt


Blockupy und DiEM25

Blockupy-Aktivist*innen auf der Demonstration in Berlin "Hände weg vom Wedding" 30.04.2014 Foto: Giovanni Lo Curto

Blockupy spricht mit CONTRASTE über ihr Verhältnis zur neuen Bewegung DiEM25. Ihrer Ansicht nach braucht es verschiedene Akteure gegen Austerität und Autorität.

Wukania braucht Unterstützung

Um eine Wohnung für Geflüchtete sanieren zu können, benötigt das Projekt vielfältige Unterstützung. Ganzen Beitrag lesen

Dresden: Neues interkulturelles Wohn-und Kulturprojekt »Elixir«

Foto: Elixir Dresden

Der Verein Elixir stellte in einer Abendveranstaltung seine Pläne vor, Wohnungen und ein Kulturzentrum für Geflüchtete und Dresdner_innen nördlich des Hechtviertels zu schaffen. Ganzen Beitrag lesen

»LAUtonomia«

Aktivist*innen erklettern Bäume im Lausitzer Braunkohlerevier. Foto: LAUtonomia

Aktvist*innen besetzten Bäume unter dem Namen "LAUtonomia" im Abbaugebiet des Tagebaus Nochten. Ziel der Aktion ist es, den Fortgang des Tagebaus zu blockieren und ein langfristges widerständiges Projekt in der Lausitz zu starten.

Wismar: Refugees welcome

Im September 2015 erreichten die Flüchtlingsströme auch das dünn besiedelte Mecklenburg. In Wismar wurde erst eine Notunterkunft aufgemacht. Einige Flüchtlinge besuchten den Olgashof.

Counter Speech Tournee 2016

Hass auf Fremde hat weder im Internet, noch auf der Straße etwas zu suchen. Dagegen setzen wir unsere Online-Aktivitäten und aktuell die Counter Speech Tournee.

 

Counter Speech Tournee 2016: +++ 27.04. Passau  +++ 28.04. Düsseldorf  +++ 29.04. Münster  +++ 01.05. Bad Fallingbostel  +++ 02.05. Freital  +++ 03.05. Wismar  +++ 04.05. Flensburg 

Leitfaden »Genossenschaftliches Stromsparen«

Gute Atmosphäre und viele Diskussionen prägten die Veranstaltung. Torsten Schwarz von den Bürgerwerken
eG betont, dass ehrenamtliches Arbeiten Professionalität nicht ausschließt. Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

Einsparpotenziale werden im kleinen Gewerbe und in der Wohnungswirtschaft zu wenig genutzt. Energiecontracting kann dazu beitragen, diese Potenziale stärker zu nutzen. Ganzen Beitrag lesen

Mailingliste

Einfach hier eintragen:
lists.contraste.org/sympa/info/contraste-liste

Die Umgangsfomen zwischen den NutzerInnen dieser Liste haben wir in einer Netiquette festgelegt.


Schnupperabo

CONTRASTE kann einmalig zum Sonderpreis von 7,50 € drei Monate lang "beschnuppert" werden. Dieses Schnupperabo endet automatisch und muss nicht gekündigt werden. Hier bestellen ...


Lest Contraste

CONTRASTE kostet im Abo 45 Euro (europ. Ausland 51). Oder Ihr könnt Fördermitglied werden: Mindestbeitrag 70 Euro. Hier abonnieren oder beitreten.


Lexikon der Anarchie

Was bedeutet eigentlich Selbstverwaltung?
Hier könnt ihr es nachlesen.